Kreativität, Talent und Inspiration – 8 Methoden für Bildideen

Ein digitales Gemälde, dass einen Ölfarbe-Effekt hat. Angelehnt an die Arbeiten von Emilio Villalba, Ruprecht von Kaufmann mit Referenz auf Lucian Freud. Zu sehen ist in der unteren Ecke ein gemalter Skorpion. Das Porträt zeigt ein junges Mädchen mit einer Zahnbürste im Mund. Es sind nackte Beine zu sehen. Es bewegt sich zwischen abstrakten und gegenständlichen Gemälden.
  In diesem Post beschäftigen wir uns mit dem Thema Kreativität, Inspiration und Talent und zeigen, dass nichts wichtiger ist als der erste Schritt. Motivation ist der Schlüssel zum Erfolg. Es gilt eure Neugier anzustacheln, denn ohne Motivation nützt weder Kreativität, Talent noch Inspiration. Gerade zu Beginn beschäftigen die Themen „Talent“ und „Inspiration“, aber wie ihr sehen werdet, spielen beide kaum eine Rolle, wenn es darum geht den ersten Strich zu machen. Viele bekannte Künstler, wie Picasso oder Salvador Dalí haben die Idee von „Talent“ zurückgewiesen. Warum? Es ist nicht ein metaphysisches Konzept, oder die Gene, die einen zu einem Maler oder Künstler machen, sondern die Tatsache, dass du malst und deiner Kreativität Ausdruck verleihst. Also, bei Seite mit all dem Inspiration- und Talent-Ausreden! Ran an die Stifte (oder Pinsel) und anfangen!

Inhalt

  1. Kreativität
  2. Techniken
  3. Inspiration
  4. Talent – ein Mythos?
  5. Material

1. Kreativität

Wie finde ich Zeichenideen? Was kann ich zeichnen oder was soll ich zeichnen?

Kreativität wurde lange nur mit sogenannten „Kreativen“ in Verbindung gebracht. Man hat ihnen nachgesagt, sie „wären einfach so“. Sie hätten einfach „Talent“.

Eine rein genetische Angelegenheit also? Ab hier gibt es zwei Richtungen, in die man denken kann., unabhängig der wissenschaftlichen Befunde. Entweder man glaubt es – und redet sich im Zweifel man besäße dieses „Talent“ nicht und gibt seinen Traum oder sein Hobby oder aber man lässt sich davon auch nicht beirren. Denn, und das kennen wir alle von uns selbst am besten: Je öfter wir etwas machen, desto leichter fällt es uns. Keiner spielt aus dem Schlaf Klavier, nur weil man einmal Lust hatte. Niemand versucht sich eines Morgens an einem der Millennium-Probleme in der Mathematik. Es fehlen uns allen voran die Erfahrung, Übung und das Handwerk dazu.

Beim Malen ist das nicht viel anders als bei jeder anderen Tätigkeit. Fast jeder kann rechnen, schreiben, lesen, sprechen, sogar schrauben, hämmern, kochen und dennoch gibt es Leute die sich Köche, Handwerker, Designer, Mathematiker, Musiker der Künstler nennen. Warum? Weil sie diese Dinge tun, oft und ausgiebig. Sie sind das, was sie machen und genau so sollte man an alles herangehen. Wir werden zu dem, was wir werden wollen, indem wir machen, was wir machen wollen. Ansonsten sprechen wir nur darüber. Kommen wir zur Kreativität. Doch wovon wird gesprochen, wenn von Kreativität und „creative thinking“ die Rede ist? Kann man kreatives Denken lernen und trainieren und wenn ja wie? Wie komme ich auf gute Ideen? All das sind Fragen, die sich seit einigen Jahren großer Beliebtheit erfreuen, was sich auch in einem breiten Angebot auf Amazon, aber auch anderen Webseiten von Ratgeber-Lektüre widerspiegelt. Namentlich seien hier „Innovating Minds – Rethinking Creativity to Inspire Change“ von Wilma Koutstaal und Jonathan T. Binks erwähnt, die in ihrem Buch eine klare wirtschaftliche Position einnehmen. Im Bereich künstlerischer Kreativität hat sich insbesondere der Psychologe Rudolf Arnheim einen Namen gemacht. Im Anschluss an unseren kurzen Exkurs findet ihr einige Quellen, in die sich ein Blick auf jeden Fall lohnt.

2. Techniken

Wie bereits angedeutet gibt es verschiedene Wege die eigene Kreativität anzufachen. Der amerikanische Autor, Illustrator und Lehrer Bert Dodson hat ein ganzes Buch diesem Thema gewidmet, welches leider nur auf Englisch erhältlich ist. Unter dem Titel Keys to Drawing with Imagination präsentiert Dodson eine ganze Reihe möglichen Herangehensweisen, bereits bekanntes mit neuen Techniken oder Methoden zu verbinden.

 

2.1. Barrieren abbauen durch „Doodling and Noodling“

 

Doch allen Methoden und Techniken stellt er die Technik des „doodling and noodling“ voran. Wortwörtlich übersetzt sich das als „skribbeln und nudeln“ und bezieht sich auf die Stiftführung. Es geht darum den Stift auf dem Papier gleiten zu lassen, bis sich irgendetwas ergibt. Frei von klaren Vorstellungen und Vorgaben soll der Stift über das Papier gleiten. Gelegentlich kennt man das von Familienmitgliedern, Bekannten oder Freunden (oder den Telefonaten mit ihnen), wenn etwas geistesabwesend in der Vorlesung oder Schule auf dem Blattrand eine Zeichnung entsteht. Genau diesen Zustand möchte man beim „doodling and noodling“ erreichen.

Diese Technik eignet sich hervorragend für Skizzenbücher. Alte Ideen können wieder aufgegriffen und weiter entwickelt werden. Ihr könnt schnell hintereinander mehrere Eindrücke festhalten und dann später euch von euren Skizzen zu weiteren Arbeiten inspirieren lassen. Gönnt dem Stift keine Ruhe! Es gibt genug zu zeichnen! Wichtig ist, dass ihr eine gewisse Sensitivität gegenüber eurer Umwelt entwickelt – wie ihr anfangen könnt, lest ihr hier.

noodling and doodling - Kreativität und Inspiration ganz leicht gemacht
Kreativität in Schwung bringen mit einfachen, unbestimmten Kritzeleien. Hier mit der Technik des "Doodling and Noodling"

Es hilft, dass Gehirn bereits in die richtige Richtung zu lenken. Der Stift bewegt sich bereits auf dem Papier und da es kein Ziel gibt, gibt es auch kein Ziel zu verfehlen. Wenn diese erste Hürde geschafft ist, so die Idee, dann lassen sich auch alle weiteren Hürden nehmen.

Man kennt es vielleicht vom Sport. Kopf und Körper müssen vorbereitet werden – in der Regel mit Dehnübungen. Nichts anderes versucht das „doodling and noodling“-Konzept. Die ersten 30 bis 60 Minuten beim Zeichnen sind wie Dehnübungen vor dem Sport! 

Der bekannte Youtuber Sinix beginnt ebenfalls immer mit kleinen Spiralen. Nach eigenen Angaben, um Augen und Hände zu kalibrieren, denn er arbeitet digital und mit einem Grafik-Tablett, dass keinen Bildschirm hat. Daneben dient es sicherlich auch als Ritual, um den kreativen Prozess einzuläuten. Wie bei fast allem was wir tun, haben wir bestimmte Muster, die es uns erleichtern zu bestimmten Dingen zu gelangen. Jede Jogging-Runde beginnt mit demselben Song, jedes Frühstück mit demselben Kaffee und jede Klausur mit demselben Snack. Das lässt sich auch bei kreativer Arbeit anwenden. Findet kleine Rituale, um der Kreativität die Tore zu öffnen. Skizzenblatt, Song und Setting und dann ran an die Arbeit!

 

2.2. Freie Assoziationen ermöglichen

 

 

Wenn man schon so weit vorgewärmt ist, oder bereits den Drang verspürt etwas zu zeichnen, man aber noch nicht genau weiß was, dann kann es helfen sich kleinere Herausforderungen bereitzulegen. Die folgenden Methoden können den Blickwinkel auf bereits Bekanntes ändern und über Assoziationen neue Ideen hervorbringen.

 

2.3. Verfremdung: Verzerrung – Loslösen von Grenzen

 

Mal angenommen, ihr habt ein Bild, eine Szene, einen Filmausschnitt oder eine sonstige Vorlage, die euch interessiert, dann gibt es mindestens zwei Möglichkeiten, die Vorlage als Startschuss für euer kreatives Projekt zu nutzen.

Erstere bedarf keiner eingehenden Analyse. Ihr sucht euch eine Vorlage aus, ganz egal was und fangt an die Proportionen zu verzerren. Wenn es ein Gesicht oder Porträt ist, hebt bestimmte Dinge hervor. Macht die Nase extra groß oder zieht das Gesicht in die Länge. Fragmentiert das Gesicht, im Sinne Picassos und ordnet Nase, Augen, Ohren und Mund neu an. Ihr könnt aber auch die Perspektive verzerren, Dinge hinzudichten oder wegnehmen.

 

2.4. Verfremdung: Kombinieren von Gegensätzen – Kontraste herstellen!

 

Wer eine größere Herausforderung möchte, kann auch die Oberfläche von Gegenständen verändern. Gegensätzliches oder Unerwartetes können ganz neue Bildschöpfungen hervorbringen. In der Kunstgeschichte hat sich die Chimäre als Sinnbild für die fantastischen Kombinationsmöglichkeiten der Malerei- und Zeichenkunst etabliert. Die Chimäre ist ein Mischwesen, welches aus verschiedenen Tieren zusammengesetzt ist. Ähnlich wie der Minotaurus oder Zentaur. Auf selbem Wege könnt ihr Dinge, die nur leicht verwandt sind, vielleicht aber auch einen großen Kontrast darstellen miteinander kombinieren. Eine Wespe mit Haifischflosse? Alles ist möglich! Ein Stuhl mit menschlichen Füßen? Ein Flugzeug, das zu einem U-Boot umfunktioniert wurde? Kombiniert lebendiges mit Gegenständen, macht das unmögliche möglich, aber glaubhaft! Euch sind keine Grenzen gesetzt, außer denen, die ihr euch selber setzt!

Die Künstlerin Meret Oppenheim hat zum Beispiel eine Tasse geschaffen, die aus Fell zu sein scheint. Das surrealistische Objekt ist eines der bekanntesten seiner Gattung und zeigt, dass selbst die absurdesten Ideen (vielleicht auch gerade diese) uns faszinieren, eben weil sie unter üblichen Umständen verworfen wären, oder keinen Nutzen gehabt hätten. Glücklicherweise hat die Kunst per Definition zunächst keinen Nutzen und erlaubt es uns deshalb uns mit unseren Erfahrungen und Sehgewohnheiten auseinanderzusetzen, sowie die Grenzen unserer Fantasie immer wieder aufs Neue herauszufordern und zu erweitern.

Crossover von Texturen
Meret Oppenheim, Object (Déjeuner en Fourrure) (1936). Collection of the Museum of Modern Art. Photgraph by Antonion Campoy via Flickr. © DACS 2019. Courtesy of the Ursula Hauser Collection, Switzerland.

2.5. Geschichten erzählen



Viele Bilder, vor allem figürliche oder gegenständliche Gemälde, laden dazu ein, eine (verborgene) Geschichte zu entdecken. Oftmals äußern sich Kunstschaffende nur selten dazu, ob deren Gemälde eine ausformulierte Geschichte als Grundlage haben. Ob dies nun der Fall ist oder nicht, sei dahingestellt. Darin zeigt sich aber eine menschliche Besonderheit und wird als Kreativtechnik besonders im Bereich des Game-Designs oder Comic angewandt. Um die Figuren, Objekte oder Landschaften lässt sich immer eine kleine Geschichte bauen, die dann unsere Zeichnung in einen neuen Kontext setzt. Aus scheinbar unspektakulären Straßenszenen, Hinterhöfen und Schnappschüssen, lassen sich seltsame, verträumte aber auch packende Geschichten und Metaphern zeichnen. Lasst euch auf das Bild ein und es erzählt euch mehr, als ihr auf den ersten Blick vielleicht erwartet hättet.

 

2.6. Brainstorming/Mindmapping und Mandal-Art


Das Brainstorming wurde von Alex Osborn entwickelt, der in der Werbung tätig war. Er versuchte eine Methode zu entwickeln Kreativität und die Produktion von Ideen zu systematisieren. Heute kaum bekannt, dafür aber umso mehr genutzt ist genau das. Zunächst „Think up!“ genannt, heute aber unter dem sehr viel werbe-tauglicheren Titel geläufig: Das Brainstorming.


Beim Brainstorming oder Mindmapping versucht ihr, bevor ihr etwas zeichnet, einen Plan zu machen. Das Konzept des Brainstormings ist euch sicherlich bekannt. Man sammelt frei Ideen, ohne sich auf bestimmte Dinge zu beschränken. Das Ziel ist es so viele Ideen zu sammeln wie möglich. Auf diesem Weg können Assoziationsketten gebildet werden, die dann später in die Bildidee mit einfließen.

 

Wichtiger noch als die Methode, sind die Regeln, die Osborn für die Anwendung formulierte. In seinem Buch „How to think up!“ setzte er folgende vier Grundpfeiler:

 Übe keine Kritik!
• Je mehr Ideen, desto besser! 
• Ergänze und verbessere bereits vorhandene Ideen! 
• Je ungewöhnlicher die Idee, desto besser! 

 

2.7. Die Mandal-Methode

 

Eine Verwandte Methode ist die Mandal-Methode. Ihr zeichnet ein 3 x 3 Feld, ähnlich wie beim Tic-Tac-Toe und schreibt in die Mitte eine Frage. Besonders beim Comic- oder Mangazeichnen kommt diese Technik zum Einsatz. Hier wird die Ideenfindung auf ein Problem beschränkt und mit acht möglichen Lösungsansätzen umgeben. Man kann diese Methode wunderbar mit der oben genannten Kombination von Gegensätzen verbinden. Woraus ist die Tasse gemacht? Aus Leder, aus Papier, aus Fell.. und so weiter. Erst wenn man alle umliegenden Felder ausgefüllt hat, guckt man sich die Ideen an. Sollte keine passende dabei sein, macht man einfach weiter. Die Idee ist hierbei nicht bei der erstbesten Idee stehenzubleiben, sondern sich wirklich dazu zu zwingen, weitere Ideen zu entwickeln.

2.8.  Wiederholungen, Formen und Ungewöhnliches


Als zeichnende oder malende, seid ihr diejenigen, die euren Blick oder eure Vision für die Nachwelt festhaltet. Sei sie nun gegenständlich an eurer Umwelt orientiert oder nur inspiriert. Was ihr seht, sieht kein anderer! (Ihr kennt das sicherlich aus der Schule, als man alles Mögliche in Gedichte hineininterpretieren konnte und durfte – eben weil wir so unterschiedlich sind. Nur diesmal seid ihr auf der Seite der Schaffenden und nicht der Betrachtenden!) Deshalb nehmt euch gerne die langweiligsten oder seltsamsten Blickwinkel vor und haltet diesen Eindruck fest. Ganz nach dem Motto „so ugly it’s beautiful„, zu Deutsch: Es ist so hässlich, dass es wieder schön ist. Vielleicht kommen euch bei diesem Satz sofort Bilder aus Museen oder dem Internet in den Kopf, bei denen ihr euch gefragt habt: Warum gerade diesen Schuh? Nun, die Frage lässt sich vielleicht gar nicht abschließend klären, aber eure Welt ist es, die ihr festhaltet. Ob ihr das für eure Nachwelt tut oder nur für euch ist dabei gar nicht so wichtig. Wichtig ist, dass euer Blatt nicht leer bleibt, denn wie schon erwähnt, anfangen und einen Anfang finden, ist das, was uns interessiert. Ist die erste Linie auf dem Papier, könnt ihr eine oder alle anderen Methoden anwenden, um aus dem Schuh doch noch ein Raumschiff zu machen. Sollte das Bild keine weiteren Assoziationen bei euch hervor kitzeln, könnt ihr mit Wiederholungen arbeiten. Setzt einen zweiten Schuh daneben, spiegelt ihr, verzerrt ihn. Eine Wiederholung ist immer auch eine Betonung. Ihr könnt sogar nur Teile wiederholen, wie die Schnürsenkel.

Ein digitales Gemälde, dass einen Ölfarbe-Effekt hat. Angelehnt an die Arbeiten von Emilio Villalba, Ruprecht von Kaufmann mit Referenz auf Lucian Freud. Zu sehen ist in der unteren Ecke ein gemalter Skorpion. Das Porträt zeigt ein junges Mädchen mit einer Zahnbürste im Mund. Es sind nackte Beine zu sehen. Es bewegt sich zwischen abstrakten und gegenständlichen Gemälden.
Keine Idee? Über die Wiederholung des Portraits hatte ich plötzlich eine Idee. Inspiration lieferte der Künstler Emilio Villalba, dessen Kreativität und Blick fürs alltägliche ich immer noch bewundere.

3. Inspiration - ein Mythos?

Wer kennt es nicht? Man sitzt in der Bahn, schaut aus dem Fenster und hört seinen Lieblingssong. Plötzlich fügt sich ein Bild zusammen und es kribbelt in den Fingern. Hätte man jetzt nur ein Skizzenbuch zur Hand! (Regel Nr. 1: Immer ein Skizzenbuch und etwas zum Zeichnen dabei haben!) Denn die Inspiration kommt meistens dann, wenn wir am wenigsten mit ihr rechnen. Doch bedenkt:  Inspiration ist wichtig, aber nicht notwendig! Inspiration begegnet uns dann, wenn das Unterbewusstsein eine Lösung für ein Problem findet, über das wir vielleicht einmal nachgedacht haben. Wie ein Geistesblitz oder Aha-Effekt fügt sich etwas zusammen in einer Art und Weise, die uns vorher verschlossen blieb. Nur, dass bei der Inspiration der Drang zum Machen direkt im Anschluss folgt. Plötzlich scheint sich eine Idee zu formen, die sofort aufs Papier gebracht werden möchte. Doch entgegen all der treibenden Kraft, die die Inspiration für uns bereitstellt, sollten wir uns nicht zu sehr auf sie verlassen und sie viel mehr als ein glückliches Moment wahrnehmen. Selbstverständlich gibt es Dinge, die uns häufiger und mit größerer Wahrscheinlichkeit inspirieren, vielleicht aber auch immer wieder. Als Startschuss für unser Schaffen können diese Trigger immer wieder aufgesucht werden. Seien es die Arbeiten eines bestimmten Künstlers, Gedichte, Romane, Musik, Film, Natur, Konversationen – alles ist möglich! Beobachtet euch selbst und merkt euch diese Momente, wann und warum ihr diesen plötzlichen Drang zum Schaffen verspürt. Für mich sind es die Arbeiten bestimmte Künstler, die mich immer wieder aufs Neue faszinieren und inspirieren.  Deshalb schaue ich mir immer wieder die Werke von Lucian Freud, von Ruprecht von Kaufmann oder von Emilio Villalba an, deren Einfluss in dem oben zu sehenden Bild deutlich sind. Auch das kann ein kleines Ritual werden. Man schaut sich seine Idole an, vielleicht konzentriert man sich auch nur auf ein Werk und versucht dann, dass besondere dieses Werkes als Anlass für ein eigenes Bild zu nehmen. Perspektive, Farbwahl, Format oder sogar das Thema? Vielleicht entdeckt ihr auf diesem Wege alte Bilder auf ganz neue Weise.

4. Talent

Die Frage nach dem Talent beschäftigt uns früher oder später alle. Und alle die es scheinbar besitzen, verneinen es. Was ist also dran am Mythos Talent?

Die wohl gängigste Meinung ist, dass Talent bestenfalls eine Art Multiplikator funktioniert. Es verschnellert bestenfalls den Prozess, ist aber keinesfalls das einzige Kriterium, wenn es um Erfolg geht. Oftmals entscheidet wie viel Übung eine Person hat über den Erfolg. Egal wie talentiert jemand ist, wenn dieses Talent nicht gefördert wird oder gar nicht genutzt wird, bringt es nichts hervor, was bewundert werden könnte. Insofern ist eher schädlich darüber nachzudenken, denn lernen muss jeder!

5. Material

Das Material spielt meistens nur eine untergeordnete Rolle. Aber für mich ist ein anderes Medium oder Material auch immer eine Herausforderung, welches meine Kreativität immer wieder von neuem entfacht.

Ruprecht von Kaufmann zum Beispiel malt viel auf Linoleum – ihr wisst schon – der Bodenbelag, aus dem man in der Schule eine Art Stempel geschnitzt hat, ähnlich wie bei einem Holzschnitt. Andere oder neue Materialien erfordern oftmals einen neuen Ansatz, ermöglichen nur bestimmte Bilder oder ganz neue Welten. Insofern kann ich euch nur ans Herz legen mit Materialien zu experimentieren. Schaut euch dazu gerne unsere Beiträge zu Ölfarben oder Acrylfarben an!

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