Neujahrsvorsatz: Besser zeichnen !

Besser zeichnen mit einem "Ugly Sketchbook"

Es gibt ihn. Einen Weg mit dem ihr besser zeichnen könnt und lernt! Und das beste ist: Nicht nur eure Zeichnungen werden besser – sondern alles, woran ihr arbeiten möchtet. Der Schlüssel zum Erfolg ist eine Kombination aus Selbstreflexion, Neugier und Durchhaltevermögen. Denn, nur wenn ihr am Ball bleibt, bleibt ihr in Bewegung. Wer stehen bleibt, verliert nicht nur den Ball, sondern auch die Kontrolle über das Spiel. (Und damit die Metapher auch zu Ende geführt wird: Den Ball gebt ihr am besten nicht ab, denn es ist eurer. Es geht um den Prozess, um Ausdauer und Neugierde darüber, wie ihr das Spiel zu euren Gunsten verändern könnt, denn dann müsst ihr auch kein Tor schießen!)

Inhalt

1. Unser Mindset bestimmt!

2. Das Ugly Sketchbook

3. Die Barriere im Kopf abbauen

4. Vorteile: Selbstreflexion, Neugier und Durchhaltevermögen

Ugly Sketchbooks und Fehler

Legt euch ein Ugly Sketchbook an! (zu dt. hässliches Skizzenbuch) Denn der erste Strich ist meist der schwerste.

Ihr kennt es sicherlich auch. Da habt ihr euch gerade ein teures Moleskine-Skizzenbuch gekauft, um euch (vielleicht) zu motivieren gute Zeichnungen zu machen, doch tatsächlich sind eure Zeichnungen alles andere als besser. Tendenziell sogar schlechter und ihr seid doppelt frustriert. Ihr habt viel Geld ausgegeben und euer Ziel nicht erreicht. Woran liegt das?

An euch! Aber keine Panik, nicht so wie ihr vermutlich denkt. Es ist nicht mangelndes Talent, mangelnde Übung oder eure Ideenlosigkeit.

In den allermeisten Fällen kommt unsere Angst dazwischen. Unser Mindset bestimmt, wie wir bestimmte Dinge angehen, ob wir sie angehen und im Anschluss bewerten.

Die Angst bestimmt wie wir Entscheidungen treffen, in allen Lebenslangen und so auch in der Kunst. Dass ihr dies überwinden könnt – oder mit anderen Worten – dass ihr mit einem einfachen Schritt, dem aus dem Weg gehen könnt zeigen wir hier. Die Lösung heißt:

 

Legt euch ein Ugly-Sketchbook an!

 

In diesem Post zeigen wir euch, dass ihr besser zeichnen könnt und das Angst uns ein willkommener Begleiter werden sollte. In einem anderen Blog-Post haben wir bereits detaillierter beschrieben, dass sich das Gehirn – wie der Körper vorm Sport – aufwärmen muss. An diese Stelle tritt unser Ugly Sketchbook auf den Plan, dass dann in einem nächsten Schritt die Grundlage wird fürs besser zeichnen.

Das Ugly Sketchbook

Skizzenbuchseite mit Bleistiftzeichnungen
Skizzenbuchseite von Edgar Degas - natürlich alles andere als hässlich, aber die Leichtigkeit der Striche verrät uns, dass der Künstler geliebt hat was er machte. In den Strichen kann man alles sehen, wenn man mag - aber keine Angst davor einen Strich zu machen!

Mit dem Ugly Sketchbook – die Idee stammt von der Youtuberin und Illustratorin Fran Meneses – macht ihr euch den ersten Strich viel leichter.

 

Das Ugly Sketchbook soll keine Meisterwerk-Sammlung sein, sondern ganz im Gegenteil eine Sammlung erster Striche, wenn es denn überhaupt etwas sein soll. Viel wahrscheinlicher ist, dass in dem Skizzenbuch unerwartet Meisterwerke entstehen, einfach deshalb, weil ihr angefangen habt.

 

Aus diesem Grund sollte das Ugly Sketchbook einige Grundbedingungen erfüllen: Es sollte sich eben nicht wie das eingangs beschriebene, teure Moleskine-Sketchbook verhalten und viel zu teuer sein, um diese Hürde aufzubauen. Denn wenn ihr euch selber Druck macht, im Kopf sozusagen verkrampft, dann könnt ihr nur schwer euer Potenzial ausschöpfen. Vielleicht kennt ihr das aus anderen Bereichen des Lebens. Ihr übt eine Präsentation zu Hause und alles läuft gut. Ihr könnt den Stoff, ihr habt euch schöne Phrasen und Fragen überlegt, aber kaum geht es ans Präsentieren habt ihr entweder einen Knoten oder das allseits gefürchtete nichts im Kopf. Was ist passiert? Ihr hattet Angst zu scheitern. Nicht, dass das nicht verständlich wäre, doch gerade bei unserem Hobby, sollten wir uns diesem Zwang nicht hingeben müssen. Denn, wir zeichnen schließlich für uns!

 

Aus einem anderen Blickwinkel könnte man sich auch Fragen: Wer möchte ich sein? Was macht eine Zeichnerin aus? Nun, erst einmal, dass sie zeichnet. Und das weiße Blatt vor euch, wird sich nicht von alleine beschmutzen, das müssen eure Hände schon tun!

 

 

Die Barriere im Kopf abbauen

Das Skizzenbuch hatte ursprünglich genau das zum Ziel, doch durch Youtube und Instagram wurden Skizzenbücher viel mehr zu Zeichenalben oder -Sammlungen, die gefüllt sind mit reihenweise guter Zeichnungen.

Eine Zeit lang glaubte ich ebenfalls, in meinen Skizzenbüchern abliefern zu müssen, was mich aber nur daran hinderte überhaupt anzufangen.

Und noch heute habe ich (unnötigerweise) Angst vor der ersten Seite, weshalb ich sie meistens auslasse. Doch genau diese Angst ist es oftmals, die uns vorantreibt, wenn wir lernen mit ihr zu tanzen, wie Seth Godin es beschreibt. Die Angst und die Angst zu scheitern, ist nach ihm immer ein guter Indikator dafür, dass man auf dem richtigen Weg ist. Vorausgesetzt, man lässt  sich von ihr nicht einschüchtern. Dass sie nie weggeht, kann man als Trost interpretieren oder als Hindernis. Letzteres wird uns aber nicht produktiver machen, insofern: Lernt mit ihr zu tanzen!

Der Prozess führt nämlich eher zum Erfolg, als das Warten darauf. Klingt logisch, ist auch so. Passiert aber häufig genau umgekehrt. In einem Video-Interview mit der Marketing-Legende Seth Godin werden die folgenden Beispiele noch einmal ausgeführt.

Eine der Hauptbeobachtung bei nahezu allen, die im Kreativ-Bereich als Lehrende Tätig sind, ist folgende: Die meisten ihrer Schüler haben Angst davor etwas Schlechtes abzuliefern.

 

Verständlicherweise, denn unser System arbeitet mit Bewertungen und gerade im kreativen Bereich kann man seine Persönlichkeit nur schwer von den eigenen Kreationen trennen. Umso schmerzlicher ist die Kritik.

Um herauszufinden, unter welchen Umständen Menschen die besten Ergebnisse erzielen, hat man mehrere Experimente durchgeführt. Eines davon war wie folgt aufgebaut.

Man teilte eine Gruppe von Lernenden in zwei Gruppen auf, die jeweils unterschiedliche Aufgaben erhielten. Die erste sollte so viele verschiedene Dinge ausprobieren und produzieren und es war egal, ob es nun gute oder schlechte Arbeiten waren. Die andere Gruppe sollte ein Hauptwerk präsentieren.

 

Während die einen also fröhlich produzierten und experimentieren, zerbrachen sich die Mitglieder der anderen Gruppe den Kopf darüber, wie man ein gutes Werk machen könnte. Am Ende des Experiments hatte die erste Gruppe viel gearbeitet und eine ganze Menge experimentiert. Es gab viele interessante Beiträge und nahezu jeder konnte etwas vorweisen mit denen sie zufrieden waren. Die aus der anderen Gruppe schafften es nicht einmal die Deadline einzuhalten, weil sie viel zu viel damit beschäftigt waren über die Dinge nachzudenken, als sie tatsächlich anzugehen.

Was lernen wir daraus? „Learning by doing“ ist nicht nur ein so daher gesagtes Sprichwort, sondern erfüllt gerade im kreativen Bereich seinen Zweck. Wir wollen schließlich etwas zeichnen, malen, kreieren, lassen uns aber viel zu häufig vom Leistungsdruck einschüchtern. Zu Unrecht! Ganz besonders gegenüber uns selbst.

Selbstreflektion, Neugier und Durchhaltevermögen

Womit könnt ihr also euer neues Jahr starten? Mit einer Review eurer Arbeiten! Guckt euch eure Zeichnungen, Malereien, Skizzen oder was auch immer ihr gemacht habt an und fragt euch:

  • Was macht meine Arbeiten aus? Worauf scheine ich mich zu konzentrieren?
  • Was möchte ich daran verbessern?
  • Was möchte ich hinzufügen oder doch lieber lassen?
  • Was interessiert mich besonders an anderen Künstlerinnen? Was davon kann ich in meine Arbeiten mit aufnehmen?
  • Welche Arbeiten sind mir besonders gelungen und wieso?
  • Welche Arbeiten sind etwas schwächer und wie könnte ich sie verbessern?

Indem ihr die Fragen für euch beantwortet, habt ihr für eure kommenden Zeichnungen bereits einen kleinen Katalog an Dingen, die ihr üben könnt. Jede Zeichnung, jedes Gemälde kann an ein Anlass dafür sein, bestimmte Dinge zu verbessern. Manchmal geben euch die Antworten Bildideen, manchmal könnt ihr dies in bereits vorhandene Bildideen mit einfließen lassen.

 

Inspiriert euch selbst und bleibt am Ball.. eeh Stift! 

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