Tutorial: Ölfarben und ein Vergleich mit Acrylfarben

Mit Ölfarben malen stellt für viele erstmal eine Herausforderung dar. Es ist aber gar nicht so schwierig und gar nicht so anders, als mit Acrylfarben zu malen. Das ausprobieren lohnt sich!

Mit Ölfarben malen hört sich für euch erst einmal kompliziert an? Ist es gar nicht. Aber es gibt trotzdem einiges zu beachten. Was genau klären wir hier.

Vergleich: Ölfarben vs. Acrylfarben

Sicherlich kennt ihr Acrylfarben. Es sind die ersten Farben neben den Tuschkasten mit denen man in Berührung kommt. Schule, Malkurse oder auch die ersten eigenen Schritte werden mit Acrylfarbe beschritten. Der Grund dafür ist simpel. Sie sind leicht zu handhaben, günstig und bieten bereits eine wahnsinnige Bandbreite an Möglichkeiten. 

 

Ein weiterer Pluspunkt ist die Verfügbarkeit. Jeder Discounter und Bastel-Laden führen Acrylfarben in ihrem Sortiment, was sie für einen Einstieg in die Malerei wirklich hervorragend macht.

Sie haben einige klare und Einsteiger-freundliche Eigenschaften, die nachfolgend erläutert werden. 
Aber hier soll es nun um Ölfarben gehen. Einer der Hauptunterschiede zwischen Öl- und Acrylfarben liegt, wie der Name schon sagt in ihrer Beschaffenheit. Die Farben, die aus der Tube kommen sind ein Gemisch aus Pigmenten, meistens synthetische und einem Bindemittel. In den beiden oben genannten Fällen Öl oder ein Alkyd-Harz. Diese beiden haben verschiedene Eigenschaften, auf die nun genauer eingegangen wird.

 

1. Ölfarben

Ölfarben basieren ebenfalls aus Pigmenten. Anders als bei Acrylfarben werden diese jedoch nicht mit einem Harz gebunden, sondern mit Ölen verrieben. 

Das Anreiben von Ölfarben war in der Renaissance Aufgabe der Lehrlinge. (Ich habe euch ein Video zur Veranschaulichung verlinkt.)

Da Anreiben von Farben ist mühselig, aufwändig und vermutlich auch nicht ganz gesund gewesen. Die Pigmente, oft aus Mineralien gewonnen, wurden so fein wie möglich zerkleinert und dann mit wenigen Tropfen Öl zu einer Paste vermahlen.

Das Vermahlen mit Öl machte die Farben haltbarer, verleiht ihnen die Fähigkeit zur Transparenz und gibt der Farbe eine längere Offenzeit. Offenzeit meint die Zeit, die die Farbe noch nass und vermalbar ist.


Bis zur Entwicklung der Ölfarben malte man – zumindest in Europa – überwiegend mit Ei-Tempera. Dabei wurde Eiweiß und Eigelb zum Binden der Pigmente genommen, welche dann schnell auftrockneten und ein weiteres Anfeuchten unmöglich machten.


Je nach dem also, welche Pigmente und welche Öle verwendet werden, verändert sich die Qualität der Ölfarben. Leider steht auf der Verpackung oft nicht, welch e 

2. Acrylfarben

Acrylfarben gibt es oft bereits sehr günstig. Sie bestehen häufig aus synthetischen Pigmenten und haben ein synthetisches Bindemittel – Acryl. Das bringt einige Vorteile mit sich: Sie sind günstig, mit Wasser vermischbar und trocknen schnell (manchmal zu schnell). Je nach Qualität der Acrylfarben kann es passieren, dass die Farben vollkommen anders aussehen. Gerade wenn man am Anfang steht, kann das sehr ärgerlich sein, weil man einfach noch keine Erfahrung mit den Farben hat. Günstige Acrylfarben, die ihre Farben nicht so stark ändern nach dem Trocknen bekommt ihr bei Boesner recht günstig. Aber auch die haben ihre Vor- und Nachteile. Welche erfahrt ihr hier

Dadurch, dass Acrylfarben mit Wasser vermischbar sind, ist die Pinselreinigung leicht und schnell erledigt. Einfach ins Wasser, ordentlich auswaschen und dann immer mit der Laufrichtung der Borsten (d.h. von der Zwinge, sodass die Borsten nicht geknickt werden) in einem Tuch abwischen. So erfreuen sich eure Pinsel eines Langenlebens und euer Geldbeutel wird geschont. Wartet aber nicht zu lang mit dem Saubermachen, denn wie bereits gesagt, trocknet Acrylfarbe sehr schnell. Das kann zum Malen ganz angenehm sein, macht in der Reinigung aber einige Probleme. Trocknet die Acrylfarbe ist sie Wasserfest und ohne harte Chemie bekommt ihr die Farbe nicht wieder aufgelöst. (Wenn das für euch ein Problem darstellt, schaut euch mal nach Gouache-Farben um. Das sind ebenfalls wasserlösliche Farben. Anders als Acrylfarben lassen sich diese jedoch jederzeit wieder mit Wasser anmischen.) 

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